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NULL-BAR-GESCHICHTE |
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Null Bar Geschichte
Sea Hunter auf Cocos Island im September 2005
Tauchgang am Dirty Rock (Piedra Sucia)
Wer schon mal auf Cocos Island in Costa Rica war ist verwöhnt was Haie anbelagt. Das Tauchboot ankert meist in der Catham oder Wafer Bay und von dort aus bringen einen die Zodics in Gruppen von max. 10 Tauchern zu den Tauchplätzen. Da dies bereits mein zweiter Tauchurlaub 2005 auf Cocos war kannte ich die verschiedenen Tauchplätze recht gut. Zum Eingewöhnen und Check-Tauchen ging´s mal wieder zuerst zur Manuelita Insel auf die Innenseite in der Catham Bay, bei der man im Nachttauchgang von bis zu 200 Weißspitzenriffhaien umringt wird. Auf Manuelita Outside kann man schon mal den ein oder anderen Hammerhai sehen. Auf Bajo Alcyone wird man dann von Hammerhaischulen umringt und ist bereits im siebten Taucherhimmel. Dirty Rock ist immer eine Überraschung. Dort sieht man den ein oder anderen Hammerhai, rießige Großaugenmakrelen und die standorttreuen 15-30 Marmorrochen. Ab und zu kreist der ein oder andere Galapagoshai in der Tiefe zumeist unter 40m herum. Am 17.9. am späten Vormittag war vieles anders. Der Einstieg an der Felsnadel, die die Wasseroberfläche durchstößt war einfach und wir konnten uns wie sonst auch zuerst mal zur Hammerhaiputzerstation begeben und dort auf ca. 32m mit unserer Nitroxmischung verweilen. Meist sitzen in einer leichten Kuhle in dieser Tiefe große Blaustreifenschnapper- und Doppelfleckschnapperschwärme. Beim langsamen Durchschwimmen dieser Schwärme kann man sein Weitwinkelobjektiv formatfüllend mit Fisch bekommen. Die Galapagoshaie waren dabei immer weit weg und tief. Man schwimmt dann langsam zur unterseeischen Felsnadel und steigt üblicherweise langsam auf. Überraschender Weise waren an diesem Tag in dem Einschnitt zwischen dem Hauptfelsen und der Felsnadel in der Tiefe unter der Sprungschicht von 35m 4 Galapagoshaie zu sehen. Das wollte ich mir näher anschauen und daher schwamm ich am Fels entlang tiefer unter die Sprungschicht auf ca. 38m. Alle anderen Tauchbuddies blieben in sicherem Abstand auf ca. 25m am Fels sitzen. Die Haie waren dann alle vor mir, aber mehr als 10m entfernt. Ich versuchte vorsichtig auf die Haie zuzuschwimmen, da bis zu diesem Tauchgang alle Galapagoshaie schnell wegschwammen, wenn man auf sie zuschwamm. Dieses Mal war ich schon überrascht als sich alle vier mir zuwendeten und nur einer wegschwamm, während einer links, einer rechts mich einzukreisen versuchte und einer direkt auf mich zuschwamm. Ich löste mehrfach meine Kamera aus, ich mir einem raschen Abdrehen der Haie rechnete. Nach ca. 3 Sekunden war mir klar, dass ich so allein und tief und als einziger unter der Sprungschicht sehr interessant war. Ich verlor den Hai links und rechts von mir aus den Augen und blickte dem senkrecht auf mich zuschwimmenden direkt in die Augen. Irgendwann war er dann formatfüllend in meinem 20er Weitwinkel und schwamm ganz kurz vor mir an mir vorbei. Ich löste mehrfach aus und spürte schon eine leichte Pulsbeschleunigung, denn so war noch keiner auf mich zugeschwommen. Beim leichten Blick auf die Seite sah ich dann sehr nahe einen der anderen und wusste, dass da noch einer war. Der Hai, der auf mich zugeschwommen war machte plötzlich, obwohl schon wieder 3-4m entfernt einen scharfe Wendung und kam wieder. Da entschloss ich mich „ihr Wohnzimmer“ zu verlassen und schwamm rasch wieder durch die Sprungschicht zu den anderen. Die Haie verloren sofort ihr Interesse, nachdem ich wieder auf 25m war. Erst jetzt bemerkte ich meinen schnellen Puls und die versteinerten Mienen der anderen. Beim Blick auf meinen Finimeter war mir klar, dass mein Tauchgang zu Ende war, denn es gelang mir eben noch sicher aufzusteigen, der Finimeter an der Oberfläche zeigte null bar.
Thilo Wanner
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